PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hakenöhre frei von Pulverlack halten



Dietmar
20.03.2015, 12:37
Hi,

wenn man Jigköpfe mittels einem Fluidbed mit einem intakten (nicht überlagerten, rieselfähigen) Pulverlack beschichtet, dann bleiben die Hakenöhre in der Regel offen. Natürlich verringert sich der Innendurchmesser etwas durch die Beschichtung. Eigentlich ist alles gut, solange man bei Hakengrößen größer als 1/0 bleibt und nicht überdimensionierte Monofile als Vorfach verwendet. Wenn man aber kleinere Haken bis herunter zu Größe 12 beschichten will, dann wird es schon etwa schwieriger. Was kann man also generell tun, will man pulverlackfreie Öhre haben?

Man wärmt die Köpfe in einem Ofen oder mit einer Heissluftpistole vor und beschichtet sie mit Pulverlack, läßt die Köpfe abkühlen und entfernt dann manuell den Pulverlack von den Öhren. Das geht halbwegs gut, denn der Pulverlack hat ja noch nicht seine Endfestigkeit erhalten und ist recht brüchig. Auch haftete er noch nicht besonders gut. Es besteht allerdings die Gefahr, das man die Oberfläche des Öhres mit einer kleinen Macke/einem Grat versieht. Diese Macke könnte eine feine Schnur beim direkten Anknoten jedoch beschädigen. Anschliessend wird die Pulverlackbeschichtung fertig gebacken.

Besser ist es eigentlich, wenn erst gar kein Pulverlack an das Öhr gelangt. Ich habe mir Silikonschnur gekauft.

http://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&ghostText=&_sacat=0&_nkw=Silikonschnur&_sop=15

Die Silikonschnur wird bis zum Anschlag in das Bohrfutter einer Bohrmaschine gesteckt und so abgeschnitten, das noch etwa 5 mm heraus schauen. Dann wird die Bohrmaschine langsam laufen gelassen und das Ende der Silikonschnur mit einer elektrischen Bandfeile leicht konisch zugeschliffen. Nicht spitz zuschleifen, es soll noch ein "flaches" Plateau übrig bleiben.

https://www.google.de/search?q=elektrische+Bandfeile&biw=1024&bih=632&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=5gMMVcaFIcrlUuKmgZgK&ved=0CAcQ_AUoAg

Dann wird das Stück umgedreht und das andere Ende ebenfalls leicht konisch zugeschliffen. Jetzt schneidet man ein 10 mm langes Stück ab. An den Rest wird wieder ein Konus angeschliffen. Jetzt wieder 10 mm abschneiden. So verfährt man, bis man eine entsprechende Anzahl 10 mm langer Silikonstücke mit einseitigem Konus hat. Dann wird das Silikonstück von der Konusseite her mit einer Bohrung (Sackloch, nicht durchgehend) versehen. Dafür braucht man eine hochtourige Maschine. Ich habe eine Minibohmaschine von Proxxon mit ca. 15.000 U/min. verwendet. Die besten Ergebnisse gab es bei mir nicht mit einem Bohrer, sondern mit einem Mikrofräser (1,2 mm, einem Bohrer ähnlich mit Wendel).

Die Köpfe werden in einem Ofen vorgewärmt, entnomen, der Silikonstopfen aufgesteckt, dann im Fluidbed pulverbeschichtet, der Silikonstopfen entfernt, dann fertig gebacken. Man kann die Stopfen auch schon vor dem Vorwärmen im Ofen montieren, das hat dann allerdings einen etwas höheren Pulververbrauch zur Folge. Anhaftender Pulverlack an den Silikonstopfen lässt sich durch Drehen und Kneten zwischen den Fingern entfernen.

Petri, Dietmar

Bastelheinz
21.03.2015, 20:58
Gute Idee,werde das mal ausprobieren. Gruß Ulli